Melodie und Rhythmus finden – der Beginn des neuen Jahrgangs

Das Orientierungs- und Sprachenjahr Felixianum für junge Erwachsene in der Diözese Trier ist mit fünf Teilnehmenden gestartet.

Ein Jahr für mich – das nehmen sich gerade vier junge Männer und eine junge Frau im Felixianum. Der aktuelle Kurs des Orientierungs- und Sprachenjahres Felixianum hat für Merlin (19 Jahre), Lars (20 Jahre), Noah (20 Jahre), Linda (21 Jahre) und Heiko (28 Jahre) im Oktober gestartet.

Auf dem Bild sind von links nach rechts zu sehen: Noah, Lars, Linda, Maria Koob, Heiko, Merlin und Florian Dienhart.

Meine erste Begegnung mit der dem neuen Kurs ist musikalisch geprägt. Beschwingte Klaviermusik kommt aus dem Raum in dem wir uns näher kennenlernen. Ein guter Einstieg. Auch wenn sie gerade erst eingezogen sind scheinen sie sich schon recht wohl zu fühlen. Lars spielt Klavier und sorgt gerade für die Stimmung. Merlin hat schon mal für sich und Lars gekocht. Sie lernen sich alle in den einzelnen, manchmal zufälligen und den für die Gruppe organisierten Treffen untereinander kennen. Wer hat was vorher gemacht? Was hat sie hier hergeführt? Was ist die Motivation zum Orientierungsjahr? Wie wollen wir unser Miteinander hier gestalten? Wer bringt welche Erfahrungen und Ideen mit?

Ihre ersten Eindrücke schildern Sie so:

🗣„Wenn der kleine Haustürschlüssel plötzlich zu einer riesigen Eingangstür und einem Häuserkomplex passt“

🗣#SchoenerWohnenMittenInTrier🗣der_Tempel_die_Kaffeemaschine ‍🗣malschauen

Wir freuen uns auf jeden Fall auf das weitere Kennenlernen und das gemeinsame Jahr. Herzlich Willkommen und viel Spaß bei allem was es so zu entdecken gibt.

Mein Jahr im Felixianum

Und das sagen ehemalige Felixianer*innen:

❔Wie bist du aufs Felixianum gekommen?

Ich war nach dem Abi auf der Suche nach einem „Zwischenjahr“ und mein Onkel hat Werbung für das Felixianum gesehen und mir weitergeleitet.

❔Warum hast du dich fürs Felixianum entschieden?

Ehrlich gesagt hatte ich einfach ein gutes Bauchgefühl, das dann nach der Probebesichtigung noch stärker wurde…👍

❔Was war dein intensivstes / spannendstes, witzigstes, erkenntnisreichstes Erlebnis?

Da kann ich mich unmöglich entscheiden, letztlich bleiben die unspektakulären Dinge am stärksten im Gedächtnis…gemeinsame Spaziergänge🚶🚶‍♀️🚶‍♂️ und Gottesdienste, Handysuche mitten in der Nacht, Diskussionen, die zwischen Gottesbeweisen, der Daseinsberechtigung von Sahnepudding🧁 und spontanem Gesang🎤 so ziemlich alles zum Inhalt hatten – das Beste war nicht spektakulär.

❔Erzähle von einem positiven Erlebnis….

Gleich am ersten Abend haben wir uns alle zufällig beim Essen in der Küche getroffen, sind ins Gespräch gekommen und haben uns für eine Gruppe von Jugendlichen, die sich noch nie getroffen hatten, unglaublich gut verstanden. Diese Gemeinschaftserlebnis war prägend für das ganze Jahr.

❔Eine meiner wichtigsten Fragen war…

Wohin mein Lebensweg mich als Nächstes führen könnte.

❔Die Frage nach dem Sinn des Lebens….

Kann ich nach wie vor nicht beantworten 😊. Im Felixianum habe ich gelernt, dass ich das auch nicht muss.

Das hab ich in diesem Jahr über mich gelernt – das weiß ich jetzt…

Ich kann Events organisieren und mich in Diskussionen behaupten, wenn ich es nur will.

Das mache ich jetzt… Jurastudium im 4. Semester

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Mein Jahr im Felixianum

Das sagen ehemalige Felixianer*innen:

❔Wie bist du aufs Felixianum gekommen?

Wir haben mit dem Reli-LK das Ruhegebet im Felixianum kennengelernt. Als ich nach einer Möglichkeit gesucht habe, noch vor dem Studium das Latinum zu erwerben, bin ich wieder auf das Felixianum aufmerksam geworden.

❔Was war dein intensivstes, spannendstes, witzigstes, erkenntnisreichstes Erlebnis?

Ich habe die Oasentage, die geistliche Begleitung als sehr bereichernde Erlebnisse wahrgenommen. Es war eine tolle erkenntnisreiche Erfahrung, mehrere Tage zu schweigen.

❔Erzähle von einem positiven Erlebnis…

Es war eine sehr schöne Geste der Aufmerksamkeit, als eine Mitbewohnerin mir nach der Lockdown-Pause im Felixianum einige ihrer Bücher auslieh. Außerdem war es sehr schön, als man wegen der Coronabeschränkungen beim Lobpreis nicht singen durfte, wir einfach danach in der Küche noch gemeinsam gesungen haben.

❔Eine meiner wichtigsten Fragen war…

Ich habe mich viel damit beschäftigt, wie mein Weg weitergehen soll und wie es möglich ist, meinen Glauben lebendig zu halten.

❔Worin sehe ich den Sinn des Lebens?

… darin, im Vertrauen auf Gott seinen Weg zu gehen. Das schließt für mich alles ein, denn das Leben ist nicht akribisch planbar und manchmal muss man Umwege gehen und dann gilt es auf den Herrn zu schauen, ihm zu vertrauen, wenn man mal nicht weiter weiß, und zu denken ,,Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den Weg für mich“ (Lied aus Taizé) und sich zu sagen „Nur Mut, mit Gott wird alles gut.“

❔Das habe ich in diesem Jahr über mich gelernt-das weiß ich jetzt…

Ich habe erfahren, dass der Glaube ein Abenteuer ist. Des Weiteren habe ich gelernt, dass man den Weg genießen sollte. Ich habe gelernt, wie vielfältig der Glaube ist und wie unterschiedlich der Zugang jedes Einzelnen dazu und der Glaube gleichzeitig alle in ihrer Verschiedenheit und Individualität verbindet.

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Mein Jahr im Felixianum

❔Wie bist du aufs Felixianum gekommen?

Ich habe im Paulinus davon gelesen und mich im Anschluss auf der Website sowie auf den Social Media Kanälen gleich weiter erkundigt.

❔Warum hast du dich fürs Felixianum entschieden?

Nach dem Abitur hatte ich das Ziel Theologie und Musik auf Lehramt zu studieren.

Ich fühlte mich jedoch noch nicht bereit genug, direkt mit dem Studium zu beginnen.

Somit suchte ich nach einer Alternative. Das Felixianum kam mir da sehr gelegen, weil ich mich in dem Jahr u.a. sehr gut auf die beiden Studienfächer Musik und Theologie vorbereiten konnte, zudem durch das WG Leben ein neues Gemeinschaftserlebnis erfahren durfte und mich auch sozial noch einbringen konnte in KiTa und Schule.

❔Erzähle von einem positiven Erlebnis….

Oooh, da gib’s viele… 🙂 Aber zu den Highlights zählt auf jeden Fall die Kanutour auf der Sauer in Bollendorf. Herrliches Wetter, jede Menge Spaß und ein schöner Tagesabschluss mit wunderbarem Ausblick war auch dabei.

❔Das hab ich in diesem Jahr über mich gelernt – das weiß ich jetzt…

Wenn ich etwas wirklich erreichen möchte, schaffe ich das auch. Nach dem Abitur wusste ich, dass ich noch einige Hürden bis zum Studium überwinden muss und möchte: Die Latein- und Griechischprüfung erfolgreich abzulegen sowie eine Aufnahmeprüfung erfolgreich zu bestehen. Ich habe es (mit toller Unterstützung) geschafft!

❔Das mache ich jetzt…

Jetzt studiere ich die beiden Fächer, die mich immer schon am meisten interessierten und die ich beruflich auch unterrichten möchte: Schulmusik und Theologie.

Darin sehe ich auch meine Berufung: (junge, heranwachsende) Menschen für die Musik und den Glauben, die Religion, zu begeistern!

Anbei ein aktuelles Foto von mir und ein Foto meines „Beziehungskreuzes“ (das Kleinformat des im Meditationsraum hängenden Kreuzes). Das Kreuz war ein sehr schönes Abschiedsgeschenk, das mich oft an die schönen Abendlobe im Meditationsraum und allgemein an die tolle Zeit im Felixianum erinnert.

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Ein Jahr für mich

Ein Jahr für mich – das nehmen sich gerade vier junge Männer am #felixianum. Am Montag, dem 18. Oktober 2021, hat der neue Kurs des Orientierungs- und Sprachenjahres Felixianum mit vier neuen und Felixianern begonnen. So bunt wie die Blätter im Herbst waren auch die ersten Tage. Es ging erst mal darum sich kennen zu lernen und hier anzukommen … Jeder hat von sich erzählt: Was hat mich her geführt? Was ist meine Motivation zum Orientierungsjahr? Wir haben gekegelt, miteinander gebetet und Gottesdienst gefeiert, ein erstes Gespür für die Gruppe bekommen, ganz viel Infos erhalten… Haben bei einer Stadtführung den Regens und Triers Sehenswürdigkeiten kennengelernt und entspannt mit den Schwestern Kaffee getrunken. „Ich fühle mich gut aufgenommen, alle sind so nett, es war ein richtig herzliches Willkommen“ sagt Stefano. Und jetzt geht’s mit Schwung in die ersten Seminare.Mit auf dem Bild (rechts) sind Maria Koob und Florian Dienhart. (cl)

Junge Menschen ein Stück auf ihrem Weg begleiten

Maria Koob ist neue Leiterin des „Felixianum“   

Trier – Maria Koob ist neue Leiterin des Orientierungs- und Sprachenjahrs „Felixianum“ des Bistums Trier. Die 37-jährige Pastoralreferentin arbeitet bereits seit drei Jahren mit im Leitungsteam und übernimmt die Aufgabe von Oliver Laufer-Schmitt, der seit dem 1. September Regens des Priesterseminars Trier ist.

Maria Koob wurde 1984 in Koblenz geboren und studierte in Bonn und Trier Katholische Theologie. Ihre praktische pastorale Ausbildung absolvierte sie in der Pfarreiengemeinschaft Hermeskeil (2012-2013) und im Dekanat Trier (2013-2015). Anschließend war sie im Dekanat Schweich-Welschbillig zuständig für die Jugend- und Schulpastoral und Glaubenskommunikation. 2018 begann ihre Mitarbeit im Felixianum-Leitungsteam; seit Beginn des Jahres 2021 arbeitet die Pastoralreferentin dort mit vollem Stellenumfang.

„Für mich ist es eine wunderbare Aufgabe, junge Menschen ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten“, sagt Koob über ihre Motivation für die anstehende Aufgabe. Das Orientierungsjahr „Felixianum“ bietet jungen Leuten nach dem Schulabschluss die Möglichkeit, gemeinsam in einer Wohngemeinschaft mitten in Trier zu leben, Sprachen zu lernen, dabei christliche Spiritualität zu erleben, sich während eines Sozialpraktikums zu engagieren und sich grundlegend mit dem eigenen Glauben zu beschäftigen. „Das Felixianum möchte junge Menschen erleben lassen, dass sie wichtig sind, dass Gott ihren Weg mitgeht. Dazu bieten wir den Raum, um wichtigen Fragen nachzugehen: Wer bin ich? Wer will ich sein? Was entdecke ich als meine Berufung?“

In Zukunft wolle sie das Konzept dieses christlichen Orientierungsjahres weiterentwickeln, sodass es weiterhin zu den Bedürfnissen junger Menschen passe. „Das tun wir ab September in einem neu aufgestellten Team. Ich übernehme die Leitung und damit auch gerne mehr Verantwortung fürs Felixanum. Oliver Laufer-Schmitt bleibt als Regens mit im Boot, da ja das Propädeutikum der angehenden Priester mit dem Felixianum verbunden ist. Als Verstärkung kommt in gewissem Umfang auch der neue Bischofskaplan Florian Dienhart dazu. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit im neuen Team.“ 

Quelle: https://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/junge-menschen-ein-stueck-auf-ihrem-weg-begleiten/

Abschluss des Felixianumskurses 2020/21

Der 5. Kurs des Felixianums verabschiedet sich.

Mit der Abschlusswoche, in der es nochmal Zeit gab, auf die zurückliegenden neun Monaten zurückzuschauen, ist der mittlerweile fünfte Kurs des Orientierungs- und Sprachenjahres Felixianum zu Ende gegangen. Für einige war diese Woche eine Herausforderung, da nebenbei noch Prüfungen in den Sprachen oder im Studium abgelegt werden mussten oder es gleichzeitig galt Abschied zu nehmen im Freiwilligendienst. Für einige geht es aber nach den Sommerferien noch mit dem Intensivkurs Latein oder dem Freiwilligendienst weiter.

Wir sind froh, dass alle während des Orientierungsjahres gesund geblieben sind und hoffen, dass jeder in dieser Zeit seinen ihm oder ihr von Gott zugedachten und ganz eigenen Klang ein Stück mehr gefunden hat. (ols)

Jetzt noch für den Kurs 2021/22 bewerben!

Der nächste Kurs startet am 18. Oktober 2021

„Spoiled youth“ – verdorbene Jugendzeit. So erleben aktuell viele junge Leute ihre Situation. Du vielleicht auch? Hast du auch das Gefühl, durch Corona um kostbare Lebenszeit betrogen zu werden:  „Die Möglichkeiten, sich mit Freund*innen zu treffen, sind durch die Kontaktbeschränkungen massiv reduziert. Nach dem Abitur ins Ausland zu gehen, neue Erfahrungen in anderen Ländern und Kulturen zu machen und Erwachsenwerden nochmals ganz anders zu erproben, werden durch die strengen Einreisebestimmungen zur mission impossible. Und selbst sonst reichlich vorhandene Praktikumsstellen stehen nicht wie vor Corona zur Verfügung.“ (Mirjam Schambeck sf auf www.feinschwarz.net)

Vielleicht schließt du gerade die Schule oder eine Ausbildung ab und stellst dir auch die Frage, was unter diesen Bedingungen geht und was nicht?

Gerade in dieser besonderen Situation bietet das Orientierungs- und Sprachenjahr Felixianum eine mission possible. Hier hast du zusammen mit anderen jungen Menschen die Möglichkeit, in einer WG zu leben, gemeinsam zu lernen und dabei den eigenen Glauben und die eigene Berufung zu entdecken – auch unter Corona-Bedingungen.

So können gerade in Zeiten eingeschränkter Möglichkeiten Entscheidungen für die nächsten Lebensschritte wachsen.

Was genau ist das Felixianum? Diese Frage haben hier Felixianer*innen selbst so beantwortet:

„Felixianum ist für mich…“:

  • „… mehr als ein Sprachen- und Orientierungsjahr. Es unterstützt mich darin, meinen eigenen Weg zu finden, es eröffnet mir neue Perspektiven und ich erhalte die Möglichkeit mich selbst zu finden. Durch das Felixianum erlebe ich Gemeinschaft und erhalte eine Vielzahl an Inspiration für meinen Glauben.“ (Antonia)

    „… wie eine Art Auslandsjahr, nur nicht so weit weg. Man lernt neue (alte) Sprachen, lebt in einer größeren Wohngemeinschaft mit anderen zusammen, begegnet vielen neuen Menschen und macht einige schöne Erfahrungen, vor allem auch in Bezug auf den Glauben!“ (Frederic)

    „… ein Jahr des Innehaltens, zugleich der Expedition und der Begegnung. Wir dürfen Altes reflektieren, Neues kennenlernen, uns damit auseinandersetzen und gehen ein Stück Weg gemeinsam. Das Felixianum gibt uns den Freiraum, die berufliche Zukunft zu bedenken. “ (Daniela)

Bewerben für den nächsten Kurs, der am 18. Oktober 2021 beginnt, kannst du dich, wenn du zwischen 18 und 30 Jahren alt bist. Außerdem bewerben für die Teilnahme mit einem reduzierten Programm kannst du dich auch als Theologiestudierende im ersten Semester oder wenn du einen Freiwilligendienst in Trier ab Herbst absolvierst.

Als Felixianer*in wohnst du in einem eigenen Appartement – gleich in der Trierer Innenstadt. Wir bieten dazu eine sehr gute Internetverbindung im ganzen Haus und natürlich auch ein bewährtes Corona-Schutzkonzept.

Haben wir dich neugierig gemacht und willst du das Felixianum näher kennenlernen? Dann freuen wir uns, wenn wir uns, wenn du Kontakt aufnimmst zu uns. Gern kannst du auch einfach mal vorbeischauen und dir alles anschauen!

Da das Felixianum als Vorkurs für ein Studium anerkannt ist, besteht auch die Möglichkeit, Schüler-BAföG zu beantragen. Bewerbungsschluss ist am 31. August 2021.

„Der Ruf Gottes in mir wurde immer lauter“

Felixianer Johannes Gold will Priester werden

Trier/Kobern-Gondorf – „Es geht mir in meinem Leben nicht darum, ‚Big Cash‘ zu machen oder groß rauszukommen, sondern das zu tun, was wirklich zählt.“ Für Johannes Gold (20) bedeutet das, Priester zu werden – ein Wunsch, den er nicht erst seit gestern hegt. Eine wichtige Etappe auf diesem Weg ist das Propädeutikum, die Vorbereitungszeit für Priesteramtskandidaten. Die absolviert der Theologiestudent seit Oktober vergangenen Jahres im Rahmen des Felixianums, dem Sprachen- und Orientierungsjahr im Bistum Trier. Im Trierer Priesterseminar, mitten im Herzen der Moselstadt, lebt er ein Jahr lang mit sechs anderen jungen Leuten in einer WG. 

„Die Fragen nach dem Woher und Wohin im Leben haben mich schon immer beschäftigt, so sehr, dass es mir nicht reicht, das nebenher zu tun. Mir war schon vor dem Abitur klar: Das möchte ich studieren“, erzählt Johannes, der Theologie und Philosophie in Frankfurt/a.M. und Trier studiert. Bevor er ins Felizianum, den Wohntrakt der Felixianer im Priesterseminar, eingezogen ist, war er bereits zwei Semester an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt/a.M. Dort lernte er Priesterseminaristen kennen, „eine gefährdete Art“, wie er scherzhaft feststellt. „Da habe ich gemerkt: Es gibt junge Menschen, die das erfüllt.“ Zur persönlichen Neigung müsse freilich noch etwas hinzukommen: „Der Ruf Gottes wird nicht leiser, sondern immer, immer lauter in mir.“

Schon von Kindesbeinen an ist er aktiv in der Gemeinde, spielt seit seinem zehnten Lebensjahr Orgel und ist Obermessdiener in der Pfarrei St. Johannes Gondorf. „Mein Berufungsweg hängt insgesamt mit meinem Weg als Christ zusammen. Getauft wurde ich als Baby, doch gerade durch den Empfang der Erstkommunion und des Firmsakraments kam ich sehr eng mit dem Glauben in Berührung – und auch mit den Fragen, die damit zusammenhängen.“ Insbesondere durch die Feier der Liturgie und das Orgelspiel habe er sich seiner Gemeinde und der Kirche eng verbunden gefühlt. „Das hat mich unheimlich fasziniert. Die Frage nach Gott, nach dem Glauben, nach der Kirche hat auf mich eine magnetische Anziehungskraft“, erklärt der 20-Jährige mit ruhiger und fester Stimme. „Immer, wenn ich Priester getroffen habe, die überzeugend gelebt und in Wort und Tat glaubwürdig verkündet haben, hat das in mir das Gefühl ausgelöst: Das geht. Und das kann ich mir für mich auch vorstellen.“

Familie und Freunde sind „Korrektiv von außen“

Der Weg zum Priesteramt ist für Johannes ein „innerliches Unterwegssein“, das er mit zweien seiner Mitbewohner teilt. In verschiedenen Seminaren und bei den Mahlzeiten kommen die Felixianerinnen und Felixianer zusammen – ein absoluter Mehrwert, wie Johannes betont: „Wir sind eine bunt gemischte Gruppe, daher gibt’s beim Abendbrot immer Interessantes auszutauschen. Und wir lernen viel voneinander. Jeder kann sich mit seinen Begabungen einbringen, niemand wird irgendwo reingepresst.“ Auch sei er glücklich, dass seine Familie ihn auf seinem Weg unterstütze und er viele Freunde jenseits des Theologiestudiums habe: „Ein Korrektiv ‚von außen‘ ist auch wichtig, sonst würde ich wohl schnell zum Fachidioten“, schmunzelt Johannes, der Latinum und Graecum bereits während seiner Schulzeit erlangt hat; nach zwei Semestern Hebräisch-Unterricht machte er das Hebraicum. Damit hat er den meisten seiner Mitbewohner, die während des Felixianums alte Sprachen lernen können, schon etwas voraus. Doch wozu überhaupt noch Latein, Altgriechisch und Hebräisch lernen? Johannes Antwort ist eindeutig: „Durch die Arbeit an Originaltexten wird die Exegese [Bibelauslegung] richtig spannend.“

Jederzeit Rede und Antwort stehen

Über Gott und die Welt sprechen – das bedeutet auch, sich mit Kritik an der Kirche auseinanderzusetzen. „Die nehme ich ernst“, erklärt Johannes. „Viele Begründungen sind ja auch stichhaltig, z.B. der Hinweis, dass mit der Beichte auch Schindluder getrieben wurde. Ich zögere auch nicht zu sagen: Dies oder das finde ich selbst falsch.“ Diskussionen weiche er nicht aus, erklärt er mit Verweis auf den ersten Petrusbrief: „Seid jederzeit bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der euch nach dem Grund eurer Hoffnung fragt. Und genau das möchte ich tun. Es geht darum, dass die Menschen merken: Den trägt eine Hoffnung, die über diese Welt hinausgeht.“

Dass sein Berufswusch auch Entbehrungen, etwa den Verzicht auf Ehe und Familie, mit sich bringt, sei ihm bewusst. „Ich gehe damit entspannt um. Meiner Ansicht nach lässt sich auf Verzicht kein Leben bauen. Deswegen sehe ich auch den Zölibat nicht als Verzicht, sondern als Freisein für Christus, für Gott und für die Menschen, für die ich da bin. Die Freiheit der uneingeschränkten Hingabe ist zugleich auch meine Stärke. Andere Berufungen sind deswegen aber nicht besser oder schlechter.“ Mut schöpfe er vor allem aus dem Gebet der Menschen. „Ich weiß von vielen Menschen, dass sie für mich beten und ich spüre, dass mich das trägt. Ich glaube, ohne das ginge es auch gar nicht. Und das ist etwas sehr Kostbares. Sie nehmen sich für mich Zeit, tragen das vor Gott. Das empfinde ich wirklich als einen großen Schatz“, gesteht Johannes. Und er ist sich sicher: „Ich kann mit frohem Herzen sagen, dass ich den Weg zum Priestertum auch weitergehen möchte.“

Während des Sprachen- und Orientierungsjahres Felixianum wohnen die jungen Frauen und Männer von 18 bis 30 Jahren in Einzelappartements mit Bad für monatlich 390 Euro (Variante A) oder 250 Euro (Variante B). Interessierte können sich bis zum 30. Juni bewerben, der nächste Jahrgang startet am 18. Oktober. Weitere Informationen gibt es bei Subregens Oliver Laufer-Schmitt Tel.: 0651-9484130, E-Mail: oliver.laufer-schmitt(at)felixianum.de oder auf www.felixianum.de und www.facebook.com/felixianum. Spezielle Infos zum FSJ oder Bundesfreiwilligendienst im Rahmen des Felixianums gibt es im Stellenportal des Bistums Trier auf: https://t1p.de/l028.

(ih)

(Quelle: www.bistum-trier.de)

Orientierung finden zwischen Schule und Beruf

Der Plan steht fest: Jessica Bechter möchte Gemeindereferentin werden

Trier/Ockfen – Jessica Bechter ist in Eile. Auf der Arbeit ist ein Ehrenamtlicher ausgefallen, Corona-Quarantäne, deshalb ist sie gerade auf dem Weg in den Supermarkt, um für einen Klienten einzukaufen. Eigentlich gehört das nicht zu ihren Aufgaben, doch die junge Frau springt gerne ein, wenn Not am Mann ist. Die 19-Jährige aus Ockfen absolviert derzeit ein Sozialpraktikum beim Malteser Hilfsdienst in Trier und lebt seit Oktober vergangenen Jahres in einer außergewöhnlichen WG. Mitten in der Trierer Innenstadt wohnt sie für ein Jahr zusammen mit zwei weiteren Frauen und vier Männern im Bischöflichen Priesterseminar. Felixianum nennt sich das Sprachen- und Orientierungsjahr, das sich an junge Menschen richtet, die ein Theologiestudium anstreben oder generell einen kirchlichen Beruf erlernen möchten.

Schritt I im Abnabelungsprozess

In der Kirche kennt Jessica sich aus – mit neun Jahren wurde sie Messdienerin in ihrer Heimatpfarrei St. Valentin, später leitete sie die Messdienergruppe, beteiligte sich bei der Kinderbibelwoche und engagierte sich in der Firmvorbereitung. Dass Gemeindereferentin ihr Traumjob sein könnte, ahnte sie schon lange. „Gemeindearbeit hat mir schon immer tierisch Spaß gemacht“, gesteht sie. Doch erst in den vergangenen Wochen habe sich der Berufswunsch verfestigt. Anteil daran hatten sicherlich die zahlreichen Gespräche, die sie mit den Geistlichen Begleitern, darunter Subregens Oliver Laufer-Schmitt, im Felixianum führen konnte. Denn neben dem vielseitigen Lehrangebot, das Sprachkurse in Latein, Griechisch oder Spanisch in Vorbereitung auf das Theologiestudium vorsieht, gibt es auch Basiskurse zu Themen wie Liturgie, Bibel, Spiritualität, Glauben, Rhetorik, Berufungscoaching oder Biographiearbeit, ergänzt von Wahlfächern wie Stimmbildung, kirchenmusikalische Bildung und Hebräisch. Bis vor einigen Wochen hätte sie sich auch vorstellen können, Rettungssanitäterin zu werden, erzählt Jessica. Daher absolviert sie ihr Freiwilliges Soziales Jahr, das sie zur Anerkennung des Fachabiturs braucht, bei den Maltesern. Doch inzwischen steht ihr Entschluss fest: Noch in diesem Jahr möchte sie das Doppelstudium „Praktische Theologie und Soziale Arbeit“ an der Katholischen Hochschule Mainz beginnen, erzählt sie strahlend. Damit wäre der Einstieg ins Erwachsenenleben dann endgültig vollzogen. Ihre Zeit im Felixianum sieht sie als ersten Schritt des Abnabelungsprozesses: „Ich wollte erst mal lernen, alleine klarzukommen“, erklärt sie. Und genau das tut sie auch: Die 250 Euro, die sie im Felixianum pro Monat für Unterkunft, Verpflegung und Kursangebot bezahlt, bestreitet sie von der Aufwandsentschädigung, die sie für ihren Freiwilligendienst bei den Maltesern erhält.

Nur eine 30-minütige Zugfahrt trennt sie momentan von den Eltern und von den kleinen Brüdern, die zunächst gar nicht begeistert waren, dass ihre große Schwester auszieht. Doch nicht nur der Familie, sondern auch ihrer Heimatgemeinde ist Jessica noch immer eng verbunden. Als ehemals passionierte Fußballerin trainiert sie dort normalerweise die Mädchenmannschaft der B-Jugend. Und auch zu ihren „Minis“ in der Pfarrei hält sie den Kontakt – per Telefon, weil es momentan nicht anders geht. „Hoffentlich können das Training und die Jugendarbeit in Präsenz bald wieder starten, Corona schränkt uns alle schon sehr ein“, sagt sie und klopft dabei auf Holz. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen lag Jessica schon immer, in ihrem Glauben fühlt sie sich wohl – und teilt ihn gern mit anderen: „Es gibt nichts Schöneres, als einem Kind den Glauben zu vermitteln und den Funken weiterzugeben, der selbst in einem brennt.“ Ihr Engagement in der katholischen Kirche stößt gerade bei Gleichaltrigen nicht immer auf Zustimmung, berichtet sie. „Von doofen Blicken bis Bewunderung ist alles drin.“ Doch Jessica nimmt das gelassen: „Ich lasse Diskussionen gerne zu.“

Keine Spur von Corona-Einsamkeit

Von Corona-Einsamkeit ist im Felizianum – so heißt der nach Bischof Michael Felix Korum benannte Wohntrakt der Felixianer im Priesterseminar – keine Spur. Zwar sind sonst übliche Bestandteile des Orientierungsjahres wie die gemeinsame Exkursion nach Rom coronabedingt momentan nicht zu machen. Doch Geselligkeit und spirituelle Angebote finden trotz allem ihren Platz im Tagesablauf. Eine WG, ein Haushalt, lautet die Devise. „Da ist dann auch mal ein Spieleabend mit den anderen oder ein Treffen im Speisesaal, natürlich unter den geltenden Hygieneregeln, drin“, freut sich die junge Frau. Beim letzten Spieleabend wurde sogar Oliver-Laufer-Schmitt per Video hinzugeschaltet. Das obligatorische Gläschen Wein zum gemeinsamen Anstoßen hatten die Felixianer ihrem Subregens zuvor heimlich vor die Tür gestellt. „Das war eine sehr schöne Überraschung!“, freut sich Laufer-Schmitt. Die Stimmung im Felixianum ist heiter, und „irgendjemand ist eigentlich immer da, mit dem man sprechen kann, wenn man das möchte. Klar gibt es auch mal Meinungsverschiedenheiten – aber die gibt es überall, wo Menschen zusammenkommen“, berichtet Jessica. Darüber hinaus schätze sie es sehr, dass man mit den anderen Felixianern und den Geistlichen Begleitern offen über kontroverse Themen, wie sie etwa beim Synodalen Weg angestoßen werden, reden könne. Und sie versichert: „Wir haben eine echt gute Gemeinschaft hier!“

Während des Sprachen- und Orientierungsjahres Felixianum wohnen die jungen Frauen und Männer von 18 bis 30 Jahren in Einzelappartements mit Bad für monatlich 390 Euro (Variante A) oder 250 Euro (Variante B). Interessierte können sich bis zum 30. Juni bewerben, der nächste Jahrgang startet am 18. Oktober. Weitere Informationen gibt es bei Subregens Oliver Laufer-Schmitt Tel.: 0651-9484130, E-Mail: oliver.laufer-schmitt(at)felixianum.de oder auf www.felixianum.de und www.facebook.com/felixianum. Spezielle Infos zum FSJ oder Bundesfreiwilligendienst im Rahmen des Felixianums gibt es im Stellenportal des Bistums Trier auf: https://t1p.de/l028.

(Quelle: www.bistum-trier.de / Fotocredit Carina Andreas)